"Corona-Update" der EKvW vom 30.10.2020.

Alle Gruppentreffen und Veranstaltungen der Gemeinde fallen bis auf  Weiteres  aus:

- Treff nach dem Gottesdienst
- Gymnastik
- alle Bibelstunden
- Frauenhilfe und Kreativkreis
- Kirchenführungen
- Kirchenchor
- Musik zur Marktzeit
- "Herzhorchen"
- 17. Stiftungsjahrestag
- Gemeinde-Adventfeier am 1. Advent

 

Die Marienkirche bleibt zu den bekannten Öffnungszeiten geöffnet.

Gottesdienste finden weiterhin jeden Sonntag statt ....

     ... und Kindergottesdienste an jedem 1. Sonntag im Monat.
NEU: Zum digitalen Adventskalender gelangt Ihr über das gemeinsame Padlet von St. Marien und Paul-Gerhardt: https://padlet.com/katrinchristensen/qbmuqesf3b4d84y6.

Es gelten folgende Schutzmaßnahmen in der Marienkirche:

Der Abstand zwischen zwei Personen beträgt zwei Meter in jede Richtung, entsprechend sind die Plätze in der Kirche markiert. Wer zu einem Haushalt gehört, darf aber näher zusammenrücken.

Auf diese Weise reduziert sich die Zahl der Plätze in der Kirche auf mindestens 36 Einzelplätze. 72 Personen dürfen maximal am Gottesdienst teilnehmen, wenn sie jeweils in haushaltlicher Gemeinschaft wohnen und zu zweit sitzen.

Das Betreten der Kirche geschieht nur durch den Südeingang vom Kirchhof aus. Als Ausgänge stehen der Nordausgang gegenüber der Reinoldikirche und das Westportal zur Verfügung. Achten Sie bitte beim Betreten und Verlassen der Kirche auf die entsprechenden Abstände.

Besucherinnen und Besucher desinfizieren sich am Eingang die Hände. Dazu wird Desinfektionsmittel bereitgestellt.

Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, werden sich die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher in eine Liste eintragen, die einen Monat aufbewahrt wird.

Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher tragen einen Mund-Nasen-Schutz und sind gebeten, diesen mitzubringen.

Auf Berührungen wie Händedruck zur Begrüßung oder Friedensgruß wird verzichtet.

Kollekten werden nur am Ausgang eingesammelt und je zur Hälfte den genannten Kollektenzwecken zugeführt.

Das gemeinsame Singen bringt besondere Infektionsrisiken mit sich und unterbleibt deshalb.

Herzlich willkommen zum Gottesdienst in unserer
Evangelischen Stadtkirche St. Marien!

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Und hier der Link auf alle digitalen Angebote des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund - EKKDO:
https://www.ev-kirche-dortmund.de/ueber-uns/aktuelles/artikel/news/artikel/digitale-kirche-in-zeiten-von-corona.html



Ab Karfreitag Gottesdienst-Kollekte auch online möglich:
https://www.kollekte-online.de

oder herkömmlich per Überweisung an:

Ev. Kirche von Westfalen,  IBAN DE05 3506 0190 2000 0430 12,
Verwendungszweck:  Kollekte vom + Datumsangabe



Kantor Manfred Grob, Orgel

https://www.youtube.com/user/Isnard81/videos


>> Predigt zum  Sonntag <<

Predigt am 1. Advent (29.11.2020) über Sacharja 9, 9f

Liebe Gemeinde
Good governance, gute Herrschaft ist das Thema am ersten Advent. Zweisprachigkeit ist dabei Programm: es geht um die gute Herrschaft auf der ganzen Welt- und wohl auch für alle Zeit und jeden Umstand. Diese Sehnsucht nach guter Herrschaft gab es schon immer, definitiv auch zur Zeit des Propheten Sacharja am Ausklang des 6. Jahrhunderts vor Christus, zur Zeit der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft. Unsere Zeilen deuten vielleicht auch schon voraus auf die Zeit von Alexander dem Goßen im ausgehenden 4. vorchristlichen Jahrhundert, auf die Herrschaft des blutjungen, ambitionierten Königs vom Mittelmeer bis zum Indischen Ozean. Und sie deuten sicher auf die Herrschaft eines universalen Königs vom westlichen Meer, dem Atlantik,  bis zum Euphrat und Tigris, möglicherweise sogar zum Indus bis in die sibirische Steppe und den hohen europäischen Norden- bis dorthin also, wo sich die damaligen israelitischen Landeskenntnisse in nebelartige Ahnungen auflösten. Die harten Konturen drangsalierender Herrschaft lösen sich auf in die erwartungsvolle, fröhliche Sehnsucht nach Fürsorge und Versorgung, nach Gerechtigkeit und Frieden, nach Umkehr von unten nach oben. Herrschaft als Dienst, Zerbruch der Gewalt, Selbstdurchsetzung von Frieden und Recht. 

Der Evangelist Matthäus erkennt und verkündigt, identifiziert Jesus so, wie wenn uns Schuppen von den Augen fallen: Wie er in die geistliche Hauptstadt Israels hinein kommt, so hat es doch bereits der vorletzte Prophet der hebräischen Bibel vorhergesagt. Da kommt ein Herrscher als Partner der Armen und Entrechteten, auf einem Lasttier, das überall zu finden war. Ausstaffiert wurde es mit Kleidern der Armen als Sattel, will sagen: Jesus befindet sich ganz auf der Seite des Volkes, mitten unter ihm- und dennoch gerade so als der neue, umfassende Herrscher, vor dem sich die ganze Welt als sein Zuständigkeitsbereich auftut. Seine Herrschaft, das ist Gerechtigkeit und Hilfe für alle. Die Massen jubeln dem neuen Regenten zu. Ist das Paradies, das Land der vier Ströme, der Garten Eden, schon gekommen? Wir wissen: Ganz bald ist es ganz anders gekommen. Wenige Tage später schrieen genau dieselben begeisterten Massen: Kreuziget ihn. Unerträglich wirkte Jesus in den von Schuld und Strafe, von messerscharfen Trennungen durchzogenen Strukturen von Fremdherrschaft und schleimiger Anpassung, von Korruption und Scheinheiligkeit. Der Sohn Davids, der da kam im Namen des Herrn, der starb den Verbrechertod inmitten von zwei echten Übeltätern, von denen die Menge den einen, den Barrabas, wiederhaben wollte. Das ist das Szenario des Herrschaftsantritts des gut 30 Jahre zuvor neu geborenen Königs der Juden, vor dem Herodes und die übrigen Großen entsetzliche Angst hatten. Der Tod ist der Ausgangspunkt seiner Macht, ersterer überwunden durch die Auferweckung. Jesus, der aus dem fremden Ratsherrengrab des Josef von Arimathia entstieg, der am Brotbrechen und den brennenden Herzen erkannt wurde, am Erscheinen mitten durch die geschlossenen Türen hindurch, der wurde tatsächlich 20 Jahre nach diesem Ereignis im heutigen südindischen Kerala vom vermeintlich ungläubigen Thomas verkündigt. Der wurde zum Herrscher der Herzen, zum Überwinder von Tod und Leid, zum immerwährenden Sohn Gottes, als solcher unser Heiland und Bruder, als Erstling unser aller Ergehens. Mögen wir in Not und Elend sein, definitiv durch den Tod hindurch gehen- unser Heiland wartet auf uns im Reich seines Vaters, seinem ewigen Reich, in dem der dreieinige Gott für immer und ewig in aller Fülle sich an seinem lobpreisenden Volk erfreut. Ihm gibt es die Ehre und sehnt sich auf dieses Weise, der Herrschaft Gottes als Fürsorge und Verherrlichung teilhaftig zu werden. 

Und wir heute, hier und jetzt? Ich muss uns vom Berge der Verklärung herunter holen, auf den Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes hinaufgeklettert ist, freilich um dort unmittelbar nach der blendenden Gestalt Jesu mitsamt Mose und Elia ihren Freund und Meister Jesus ganz allein und in irdischer Schlichtheit zu sehen. Good Governance, die gute Herrschaft, die scheint uns blitzlichtartig vor den Augen auf und wird unverzüglich überlagert von den Erscheinungsweisen aktueller Machtausübung. Wir werden sehen, sie wird doch nicht so jeglicher göttlicher Perspektive entkleidet, wie es der erste Augenschein nahe legen könnte. Ja, es ist wohl wahr, dass es keine Friedensdividende nach dem Zerfall des eisernen Vorhangs gibt, keine demokratischen und rechtsstaatlichen Strukturen als Selbstläufer, keine Freiheit von gesundheitlichen Gefährdungen als Menschenrecht. Wir leben hier und jetzt, mit einer Vielzahl militärischer Konflikte weltweit unterhalb der atomaren Schwelle, mühsamer Transition in den Vereinigten Staaten sowie autoritären Regimen, die sich aus Demokratien erheben - und Corona zeigt uns, wie und wo der gesundheitliche Hammer hängt. Wie passt und gehört das alles zusammen, wie ist das alles aufeinander bezogen, die Ankündigung der Gottesherrschaft- um die handelt es sich ja in der Prophetie des Sacharja, zuvor schon bei bei Jesaja und Jeremia- mit der Ankündigung vom Freudenmahl auf dem Zion und dem neuen, ewigen Bund und die heutige, hiesige, seit Jahrtausenden sich wohl fortentwickelnde, aber strukturell doch ähnliche Herrschaft von Menschen über Menschen? 

Advent nimmt uns auf ganz besondere Weise hinein in den Anbruch der Gottesherrschaft, im Glauben und erwarten, im Überzeugtsein, im Hoffen gegen den äußeren Schein- aber doch im Festhalten an der OffenbarungGottes und an der inneren Überzeugung in uns. Fragten doch auch die Jünger, wann denn das Reich Gottes kommen werde- und erhielten die Antwort, dass es nicht mit äußeren Zeichen komme, sondern bereits mitten unter uns oder sogar mitten in uns sei (Lukas 17, 21). Will sagen, die Ankunft des Reich Gottes, das lateinische Lehnwort ist Advent, deutet auf ein doppeltes Geschehen hin: zum einen wird sich das Reich Gottes tatsächlich selbst durchsetzen, voll und ganz, wenn Jesus zum Gericht und zur Verwandlung der Welt wiederkommt. Dann wird es so offensichtlich und unübersehbar sein, wie der Blitz, der von einem Ende des Himmels zum anderen leuchtet (Lukas17, 24), und niemand mehr muss irgendetwas erklären oder nachweisen, ein objektives Geschehen. Zum anderen aber bildet sich das Reich Gottes, seine Herrschaft, seine Wirkungsweise ganz in uns selbst und persönlich ab, breitet sich aus, wie Sauerteig den Brotteig durchdringt (Matthäus 13, 33) und zu dem macht, was er eigentlich sein soll: ein backfähiger Teig, der aufgeht, ess- und genießbar wird. 

Das Kommen Jesu ist also ein Ereignis, ein Neustart, ein Datum in der Geschichte, das freilich einen Prozess mit virtuellem, also nur indirekt wahrnehmbaren Charakter in Gang und Vollzug setzt: das Reich Gottes, die Herrschaft Jesu, der Dienst an Gerechtigkeit und Frieden wird durch Menschen hindurch erfahren, die sich ihrerseits zu Nachfolgern Jesu ausbilden und mitnehmen lassen, die also sein Reich als neue Realität in sich tragen. Wie das hier und jetzt und heute geschieht? Da können wir im Folgenden unterschiedliche Elemente und Faktoren benennen: Heißen Sie Jesus als den Sohn Davids willkommen in ihren Herzen und bekennen Sie ihn mit ihrem Mund als persönlichen Herrn und Heiland, zugleich als den Regenten der Welt? Oder sind Sie schon weiter fortgeschritten, hin auf dem Weg zur Forderung: Kreuziget ihn! Oder ist er Ihnen bereits völlig egal, eine geschichtliche Randnotiz? Möge Jesus in Ihrem Herzen der Herr der Welt sein und bleiben! Sodann: wie lassen Sie seine Herrschaftswirkung in Ihnen und durch Sie entfalten? Gehören Sie mit zum dienenden Herrschaftsvolk Gottes? Reiten Sie auf dem symbolischen Esel in Ihre Stadt ein, mit Gerechtigkeit und Hilfe? Machen Sie den Unterschied in Ihrer Stadt, Ihre Dorf? Sind Sie wahrhaftig und aufrichtig? Und sagen Menschen im Blick auf Sie: die oder der hat mir geholfen. Der hat mir Gerechtigkeit widerfahren lassen. Die hat mich in meiner Not unterstützt. Wie nutzen Sie Ihre Ressourcen? Quillt aus Ihnen vom Wesen her oder auch aus Ihrem Säckel die Freundlichkeit, die Liebe Gottes hervor? 

Übt Jesus Christus seine gute Herrschaft in Ihnen, in Ihrem Wesen, aus? Durchsäuert er Sie im besten Sinne wie einen Teig? Macht er aus Ihnen symbolisch betrachtet ein leckeres Gebäck? Verwandelt er Sie- um ein anderes Bild zu verwenden- in sein gutes Werkzeug, um Gerechtigkeit und Hilfe voran zu bringen? Dann ist das Thema des ersten Advents in Ihnen und durch Sie angekommen: Sie selbst bilden die good governance, die gute Herrschaft Gottes ab, seine Herrschaft in Gerechtigkeit und Frieden.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Christus Jesus, Amen.

C: StM, IM,Kleppingstr.5, 44135 Dortmund

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Sammlung der "Predigten / Andachten zum Sonntag"

Andacht zum Sonntag Laetare (PDF)

Andacht zum Sonntag Judica (PDF)

Wort zum Palmsonntag (PDF)

Worte zum Karfreitag 2020 (PDF)

Wort zum Ostersonntag 2020 (PDF)

Wort zum Sonntag Quasimodogeniti (PDF)

Wort zum Sonntag Miserikordias Domini (PDF)

Wort zum Sonntag Jubilate (PDF)

Predigt zum Sonntag Kantate (PDF)

Predigt zum Sonntag Rogate (PDF)

Predigt an Himmelfahrt (PDF)

Predigt an Pfingstsonntag PDF)

Predigt am Sonntag Trinitatis (PDF)

 Predigt am 1.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 2. Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 3.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 5.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 6.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 7.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 8.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 9.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 10.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 14.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 15.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 16.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am Erntedanksonntag 2020 (PDF)

Predigt am 19.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 21.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 3.letzten Sonntag des Kirchenjahres (PDF)

Predigt am Ewigkeitssonntag 22.11.2020 (PDF)

Predigt am 1. Advent (PDF)