Das Kindergottesdienstteam hat Videos aufgenommen mit Material für Zuhause: HIER klicken.


"Corona-Update" der EKvW vom 11.6.2021 (Inzidenz-Wert stabil unter 35)
Vieles ist wieder möglich:


- Gottesdienst in Präsenz ab 30.5.2021
- Treff nach dem Gottesdienst ab 18.7.2021
- Kindergottesdienst in Präsenz am 4.7.2021
- Gymnastik ab 16.8.2021
- Morgenbibelstunde ab 14.7.2021
- Frauenhilfe am 8.7. und 15.7.2021 / Kreativkreis ab 19.8.2021
- Kirchenführungen ab 17.6.2021 mit festem Sitzplatz
- Kirchenchor ab 25.6.2021," geimpft, genesen, getestet" in der Kirche
- Musik zur Marktzeit ab 5.6.2021, neu 11.30 bis 12.15 Uhr
- Orgelführungen mit Kantor M. Grob, je max. 3 Personen: So, 15.8. / 19.9. / 17.10.2021 jeweils 11.15 - 12.15 Uhr mit Anmeldung Küsterei

Schließungszeit Gemeindehaus vom 19.7. - 14.8.2021

Es gelten folgende Schutzmaßnahmen in der Marienkirche:


Der Abstand zwischen zwei Personen beträgt zwei Meter in jede Richtung, entsprechend sind die Plätze in der Kirche markiert. Wer zu einem Haushalt gehört, darf aber näher zusammenrücken.

Auf diese Weise reduziert sich die Zahl der Plätze in der Kirche auf mindestens 36 Einzelplätze. 72 Personen dürfen maximal am Gottesdienst teilnehmen, wenn sie jeweils in haushaltlicher Gemeinschaft wohnen und zu zweit sitzen.

Das Betreten der Kirche geschieht nur durch den Südeingang vom Kirchhof aus. Als Ausgänge stehen der Nordausgang gegenüber der Reinoldikirche und das Westportal zur Verfügung. Achten Sie bitte beim Betreten und Verlassen der Kirche auf die entsprechenden Abstände.

Besucherinnen und Besucher desinfizieren sich am Eingang die Hände. Dazu wird Desinfektionsmittel bereitgestellt.

Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, werden sich die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher in eine Liste eintragen, die einen Monat aufbewahrt wird.

Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher tragen eine FFP2-Maske und sind gebeten, diese mitzubringen.
Das gemeinsame Singen ist mit Maske gestattet.

Auf Berührungen wie Händedruck zur Begrüßung oder Friedensgruß wird verzichtet.

Kollekten werden nur am Ausgang eingesammelt und je zur Hälfte den genannten Kollektenzwecken zugeführt.

Herzlich willkommen zum Gottesdienst in unserer
Evangelischen Stadtkirche St. Marien!

 Bild Registrierung innen kl.JPG  Bild Gottesdienst-kl.JPG


Kantor Manfred Grob, Orgel

https://www.youtube.com/channel/UCw5y5zc9sX2wc8aT7lFf7zw


>> Predigt / Andacht / Impuls zum  Sonntag <<

Predigt am 7. Sonntag nach Trinitatis, 18.Juli 2021 über 1. Könige 16, 29- 17,16

Liebe Gemeinde!

Werden Sie satt? Welche Umstände müssen Sie berücksichtigen? Was können Sie dazu beitragen? Um diese Fragen geht es am heutigen 7. Sonntag nach dem Dreieinigkeitsfest, der geistlich dem Abendmahl gewidmet ist. Abendmahl, das herausragende letzte leibliche Mahl Jesu mit seinen Jüngern, der Rüsttag des Passafestes, an dem es um die Erinnerung von Geschichte, Dank für die Freiheit und die Feier der Gegenwart Gottes geht. Der 7. Sonntag nach dem Dreieinigkeitsfest wird so zu einer Nahtstelle, einem Brennpunkt der Sorge um leibliche Ressourcen unter dem Gesichtspunkt des Lebens der Menschen mit Gott. 

Unser Predigttext stammt aus dem 1. Buch der Könige, das in einen Erzählzusammenhang vom 5. Buch Mose bis zum 2. Königsbuch gehört, in das sogenannte deuteronomistische Geschichtswerk. Da wird uns die Geschichte Israels präsentiert unter dem Gesichtspunkt, inwiefern Israel, seine Priester und Propheten, seine Richter und Könige nach Gottes Geboten gehandelt haben. Das ist eine grundsätzlich andere Form der Geschichtsschreibung als sie heute universitär geübt wird. Modernes Wahrnehmen von Geschichte bemüht sich jedenfalls prinzipiell um das Kennenlernen von allen verfügbaren Ereignissen und Sichtweisen. Da geht es um alle Größen, die die Entwicklung der Geschichte beeinflussen und bestimmen. Es geht um Völker und deren Wanderungen, um Wirtschaft und Gesellschaft, um Kultur und Bildung, Wissenschaft und Religion, um Bodenbeschaffenheit und Klima und so manches mehr. Diese Einflussgrößen sollen idealtypischerweise möglichst unvoreingenommen gewürdigt werden, um dann objektiv Erkenntnisse zu gewinnen. Wir wissen natürlich: so richtig klappt das nie: Die Menge der verfügbaren Daten ist begrenzt, die zur Verfügung stehende Zeit und Verarbeitungsmöglichkeit ebenfalls- und selbstverständlich haben auch heutige Wissenschaftstreibende ihre eigenen Interessen; sie sollen sogar gelegentlich unter dem Mantel der Wissenschaft vorgefertigte Urteile bestätigen. Besonders deutlich wird dieser Ansatz bei der Frage nach Schuldigen und Verantwortlichen: Wer war schuld an den Weltkriegen? Wer war und ist verantwortlich für den Judenhass? Manchmal werden Legenden aufgebaut, so noch in diesem Jahr, als der abgewählte U.S.- amerikanische Präsident mit haltlosen und gerichtlich widerlegten Behauptungen von seiner Niederlage ablenken wollte.

Und hier in unserem Predigttext? In welchem geschichtlichen, politischen und kulturellen Horizont hat sich Ahab bewegt? Was waren seine Anliegen? Und wie sind dementsprechend die hier verzeichneten Wunder einzuordnen? Der Feldhauptmann Omri wurde im Zuge einer Palastrevolte in Nordisrael König. Zur Sicherung seiner Macht kollaborierte er mit den heidnischen Nachbarvölkern und befestigte zugleich die Grenzen von Israel. Als vermutlich ausländischer Söldner war ihm die Religion Israels gleichgültig. Säuberungen jedenfalls lagen ihm völlig fern. Nach 12 weltlich gesehen durchaus erfolgreichen Jahren starb er friedlich. König an seiner Statt wurde sein Sohn Ahab. Der wiederum trieb die Konsolidierungspolitik mit den Nachbarvölkern aktiv voran. Er heiratete Isebel, die Königstochter der Sidonier, die an der phönizischen Küste wohnten. Isebel war eine glühende Anhängerin der Gottheit Baal. Dessen Name steht für etwa 500 Manifestationen. Isebel baute den Kult dieses Gottes aus, beschäftigte mindestens 450 seiner Priester und hatte religiös, vielleicht auch politisch das Sagen im Hause Ahab. Der liebte darüber hinaus den Kult der Meeresgöttin Aschera, sodass ein ganzes religiöses Sammelsurium im Hause Israel anzutreffen war. Jahwe, der Gott Israels, der einzig wahre Gott, der alleinige Gott, der geriet ganz ins Hintertreffen. 

Da trat Elia aus der Region Gilead östlich des Jordans in Erscheinung und kündigte einige regenfreie Jahre an. Das war eine Katastrophe für das ganze Land. Natürlich drängt sich die Frage auf, warum denn ein Land und alle seine Bewohnenden für die Verfehlung seines Königs bestraft werden muss. Ein Hinweis: selbstverständlich haben Ahab und Isebel nicht nur in ihrem Palast private Religionsfeiern abgehalten. Stattdessen hat das ganze Volk an der Religionsvermischung teilgenommen und den eigenen Gott Jahwe verdrängt. Sprung in die Moderne: Auch im III Reich war Hitler nicht der einzige Anhänger einer rassistischen judenfeindlichen Blut- und Bodenideologie. Seinen Diener Elia aber wollte Gott bewahren, wohl auch aufbauen und für seine künftigen Auseinandersetzungen mit Ahab und Isebel vorbereiten. Dazu durfte Elia zunächst ganz persönlich Gottes Versorgung erfahren und diese dann auch auf weitere Personen ausdehnen. Gott schickte seinen heranreifenden Propheten an den zum Jordan entwässernden Bach Krit. Dort haben ihn Raben, ganz besonders kluge Vögel, mit Brot und Fleisch versorgt. Und als der Bach austrocknete, das Wasser zur Neige ging, da sandte Gott Elia in Isebels Heimat etwa 150 Kilometer nach Nordwesten zu einer Witwe, die sich mit ihrem Sohn auf das Verhungern vorbereitete. Mehl und Öl reichten nur noch für eine Mahlzeit, als der Gottesmann eintraf. Der befahl nicht nur, ihm Wasser zu bringen, sondern auch ihm zuerst Brot zu backen. Laut Auskunft seines Gottes sollten Mehltopf und Ölkrug während der gesamten Dürreperiode voll bleiben, bis es wieder regnen und die Erde Ertrag geben würde. So geschah es auch. Auf wunderbare Weise hat Gott zunächst den einsamen Propheten selbst versorgt, dann mit ihm noch die Witwe mit ihrem Sohn. In der nachfolgenden Geschichte wird sogar der gestorbene Sohn, der einzige verbliebene Versorger der Witwe, zu neuem Leben erweckt. So haben sie erkannt: Der Gott Israels sorgt für Menschen, die sich zu ihm halten und ihm vertrauen. Diese Versorgung gilt insbesondere dann, wenn Gott, wie es die Menschen für sich gedeutet haben, strafender Weise den Regen und das Wachstum ausfallen lässt.

Diese Botschaft, dass Gott die darbenden Menschen versorgt, vermittelt auch das Evangelium des heutigen Tages. Zuvor sind 5.000 Männer, dazu Frauen und Kinder, dank der Speisung durch Jesus satt geworden. Dabei ist diese Speisung eine Begleiterscheinung von Jesu weiteren Wundern wie Heilungen und Dämonenaustreibung, vor allem aber seiner Lehre gewesen, auf sein Wort zu hören, das ewiges Leben gewährt (Johannes 5, 24). Nach Jesu Weggang von der Predigtstätte suchten ihn die Massen. Jesus durchschaute ihre Motivation: nicht das Leben schaffende Wort suchten sie, sondern das Brot, um ihn zu ihrem Brotkönig zu machen (Johannes 6, 15). Die Massen forderten gar, dass er spektakuläre Zeichen wie Mose vollbringen solle, der es Manna vom Himmel regnen lassen habe. Diesem Missverständnis trat Jesus radikal entgegen: Nicht Mose habe das Brot gegeben, sondern der Vater im Himmel (Johannes 6, 32f). Ganz parallel dazu sei er, Jesus selbst, das Brot des Himmels. Wer zu ihm kommt und an ihn glaubt, der werde weder hungern noch dürsten (Johannes 6, 35). 

Wirklich? Ist das so? Warum hungern dann dann Christen genauso wie Moslems und Anhängende anderer Religionen? Christsein ist offensichtlich keine Lebensversicherung gegen Hunger. Christsein ist überhaupt keine Versicherung zur Aufrechterhaltung leiblichen Lebens, wie es bereits Christen spätestens seit den neronischen, noch vergleichsweise harmlosen, Christenverfolgungen erfahren mussten. Was heißt dann, nicht mehr zu hungern und zu dürsten? In welchem Horizont ist diese Zusage zu verstehen? Unter welchen Bedingungen kann sie sich verwirklichen? Zumal, wenn wir sowohl entsetzliche Dürrekatastrophen, Heuschrecknplagen, Feuersbrünste und wie bei uns in den letzten Tagen massive Überschwemmungen erleben müssen, alles mit zunehmender Tendenz? Wir greifen zurück auf unsere Überlegungen zur alttestamentlichen Geschichtsschreibung und -deutung. Die weisen Männer kannten natürlich auch in ihrem durchaus eingeschränkten Umfang die Geschichtsdaten und Ereignisse. Sie stellten sie in einen Zusammenhang mit der eigenen, der persönlichen und der gemeinschaftlichen Befolgung der Anweisungen Gottes. Dabei sind sie zu der ebenso durch Offenbarung, als auch durch vernünftige Erkenntnis bewirkten Einsicht gelangt, dass die Gemeinschaft mit Gott, die daraus sich ergebende Befolgung seiner Gebote und Gesetze rettet und bewahrt.

Wir wissen: Jesus rettet. Das Abendmahl, das Zeichen seines Todes und seiner Auferstehung, sagt: glaube an den dreieinigen Gott, den Schöpfer, Retter und Vollender. Mit ihm wirst du in Ewigkeit leben, egal was passiert, durch den eigenen friedlichen oder gewaltsamen Tod hindurch. Mit Jesus wirst du leben. Das Abendmahl weist aber auch in die geistlich bedingte Verfassung unserer Welt voraus, in ihrer Struktur und ihrer Beschaffenheit. Unsere Welt ist Gottes Schöpfung. Er hat sie wunderschön und weise eingerichtet. Sie soll den Menschen zur Versorgung und zur Freude dienen- in dem Rahmen, den Gott eingerichtet hat. Die Erde ist Gottes Schöpfung, den Menschen anvertraut, soll aber nicht der Menschen Beute zur wahllosen Plünderung sein. Für die Beschaffenheit, für die Unversehrtheit, in dieser Zeit viel mehr für die Wiederherstellung der Erde einzutreten, das ist rechtes Verständnis von Gottes Ursprungsbefehl an die Menschen: machet euch die Erde untertan. Untertan machen auf die Weise, dass der Mensch ganz im Auftrag bleibt, Gott als seinen Schöpfer zu ehren, in der Fürsorge für die Mitmenschen, in der Sorge für die eigenen Lebensgrundlagen. 

Die Bibel möchte uns nahe bringen: lass Gott in allen deinen Lebensbereichen die Quelle deiner Versorgung werden. Rufe ihn an in deiner Not. Erbitte Nahrung für den Leib. Wisse vor allem: Gott sieht dich an, mit allem, was dich ausmacht. Du bist sein Gegenüber, sein Ebenbild. Du brauchst ihn als den dreieinigen Gott, der dich auf deinen Wegen leitet. Suche die Gemeinschaft mit ihm. Folge ihm. Du und dein Haus. Und am besten wir als sein Volk. Überall. Immer. In Liebe, Freiheit und Gehorsam zu seinen Geboten. Die Folgen, den Segen werden wir erleben. Ganz bestimmt. Wir werden satt!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

C: IM, StM, Kleppingstr. 5, 44135 Dortmund

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Sammlung der "Predigten / Andachten / Impulse zum Sonntag"

 Predigt am 6.Sonntag n. Trinitatis 11.7.2021 (PDF)

Predigt am 5. Sonntag nach Trinitatis 4.7.2021 (PDF)

Predigt am 3. Sonntag nach Trinitatis, 20.6.2021 (PDF)

Predigt am Sonntag nach Trinitatis, 6.6.2021 (PDF)

Predigt am Sonntag Trinitatis 30.05.2021 (PDF)

 Impuls zum Pfingstsonntag, 23.5.2021 (PDF)

Impuls zum Sonntag Exaudi 16.05.2021 (PDF)

Impuls zum Sonntag Kantate am 02.05.2021 (PDF)



Die Gottesdienst-Kollekte ist auch online möglich:

https://www.kollekte-online.de

oder herkömmlich per Überweisung an:

Ev. Kirche von Westfalen,  IBAN DE05 3506 0190 2000 0430 12,
Verwendungszweck:  Kollekte vom + Datumsangabe