Presseinfo der Ev. St. Marienkirchengemeinde Dortmund zur Wiederaufnahme von Gottesdiensten mit versammelter Gemeinde

Wieder Gottesdienst mit versammelter Gemeinde

Ab Sonntag, dem 10.5.2020, 10 Uhr, ist es so weit: Erstmals seit 8 Wochen lädt die Ev. St. Mariengemeinde, Ostenhellweg, 44135 Dortmund wieder zu einem Gottesdienst in die Ev. Stadtkirche St. Marien ein.
Beginn ist um 10 Uhr. „Wir freuen uns, dass sich nun wieder Menschen in unserer Kirche versammeln können“, sagt Pfarrer Ingo Maxeiner.  „Wir wissen dabei um unsere Verantwortung und haben ein Schutzkonzept entwickelt, das wir sorgfältig anwenden werden. Denn von unserer Gemeinschaft im Gottesdienst soll Stärkung ausgehen und keine neue Ansteckungsgefahr.“

Entsprechend behutsam ist die Evangelische Kirche von Westfalen vorgegangen: Maßgeblich sind die Eckpunkte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die mit dem Robert-Koch-Institut abgestimmt wurden. Auf dieser Grundlage hat die Gemeinde konkrete Maßnahmen vorbereitet.

Folgende Schutzmaßnahmen gelten für Gottesdienste in der Marienkirche:

Der Abstand zwischen zwei Personen beträgt zwei Meter in jede Richtung, entsprechend sind die Plätze in der Kirche markiert. Wer zu einem Haushalt gehört, darf aber näher zusammenrücken.

Auf diese Weise reduziert sich die Zahl der Plätze in der Kirche auf mindestens 36 Einzelplätze. 72 Personen dürfen maximal am Gottesdienst teilnehmen, wenn sie jeweils in haushaltlicher Gemeinschaft wohnen und zu zweit sitzen.

Das Betreten der Kirche geschieht nur durch den Südeingang vom Kirchhof aus. Als Ausgänge stehen der Nordausgang gegenüber der Reinoldikirche und das Westportal zur Verfügung. Achten Sie bitte beim Betreten und Verlassen der Kirche auf die entsprechenden Abstände.

Besucherinnen und Besucher desinfizieren sich am Eingang die Hände. Dazu wird Desinfektionsmittel bereitgestellt.

Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, werden sich die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher in eine Liste eintragen, die einen Monat aufbewahrt wird.

Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher tragen einen Mund-Nasen-Schutz und sind gebeten, diesen mitzubringen.

Auf Berührungen wie Händedruck zur Begrüßung oder Friedensgruß wird verzichtet.

Kollekten werden nur am Ausgang eingesammelt und je zur Hälfte den genannten Kollektenzwecken zugeführt.

Das gemeinsame Singen bringt besondere Infektionsrisiken mit sich und unterbleibt deshalb.

Herzlich willkommen zum Gottesdienst in unserer
Evangelischen Stadtkirche St. Marien!

Bild vor Gottesdienst-kl.JPG    Bild Registrierung_cr_neu.jpg Bild Registrierung innen kl.JPG Bild Gottesdienst-kl-a.jpg



Und hier der Link auf alle digitalen Angebote des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund - EKKDO:
https://www.ev-kirche-dortmund.de/ueber-uns/aktuelles/artikel/news/artikel/digitale-kirche-in-zeiten-von-corona.html



Ab Karfreitag Gottesdienst-Kollekte auch online möglich:
https://www.kollekte-online.de

oder herkömmlich per Überweisung an:

Ev. Kirche von Westfalen,  IBAN DE05 3506 0190 2000 0430 12,
Verwendungszweck:  Kollekte vom + Datumsangabe



Kantor Manfred Grob, Orgel

https://www.youtube.com/user/Isnard81/videos


>> Predigt zum  Sonntag <<

Predigt am 9. Sonntag nach Trinitatis (9.8.2020) über Jeremia 1,1-10

Liebe Gemeinde,

Wie reagieren Sie, wenn Sie etwas nicht wollen? Einige Beispiele. Hättest du Lust spazieren zu gehen? Nein, heute ist es viel zu heiß für meinen Kreislauf. Magst du ein Bier? Nein, das macht dick: Möchtest du mich ins Krankenhaus zum Besuch unserer Mutter begleiten? Nein, ich kann kein Blut sehen. Wir erkennen: wenn wir etwas nicht wollen, dann finden wir gute Gründe zur Ablehnung. Solche, bei denen die Anfragenden nur beipflichten können. Solche, die uns möglichst keine Rückfragen bescheren. Solche, die uns gut dastehen lassen. Auf die wir vielleicht noch stolz sind.

Magst du Gottes Wort verkündigen? Nein, denn ich bin zu jung. Das war die Antwort des Priestersohnes Jeremia aus Anatot, früher 5 km nordöstlich von Jerusalem, heute längst eingemeindet. Ein demütiger junger Mann, könnte man meinen. Den Älteren will er den Vortritt lassen. Sich selber nicht zu wichtig nehmen. Ehre, wem Ehre gebührt. Ist das so? Der Vers 8 unseres Predigttextes weist uns auf die rechte Spur. Da heißt es: „Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der Herr.“ Nackte Angst plagt den jungen Jeremia. Nun ja, kann man verstehen- aber wer will schon Angst eingestehen? Sich selbst und den anderen? Dabei war die Angst durchaus berechtigt, zumal, wenn wir Gottes Ansage in ihrer vollen Dimension hören und die Herkunft des jungen Mannes würdigen: Prophet solle er werden, eine recht unbeliebte Berufsgruppe, weil die ja doch immer die Wahrheit sagen müssen- und die ist oft unangenehm. Dann auch noch für die Völker- wo doch Juda damals ein recht unbedeutendes Volk im östlichen Mittelmeerraum war. Berufen im Jahr 627 vor Christus waren die Glanzzeiten von Großisrael bereits vor 300 Jahren vergangen. Damals hatte es sich in zwei Staaten geteilt. Und vor knapp 100 Jahren, also 721 vor Christus, war das nördliche, größere und verfeindete Israel in die assyrische Gefangenschaft geführt worden. Das Großreich Assur im heutigen Syrien war zu Jeremias Zeiten schon längst implodiert. Im eigenen Land Juda stand auch nicht alles zum Besten. Der König Josia, offiziell bereits mit 8 Jahren unter Vormundschaft König geworden, hatte mit 16 angefangen, im eigenen Land aufzuräumen und die Kultgottheiten abzuschaffen. Schritt für Schritt ist er vorgegangen. Bei Jeremias Berufung war er 21. Noch weitere fünf Jahre sollte es dauern, bis der König bei Renovierungsarbeiten am Tempel auf die gefundenen Gesetzesrollen aufmerksam gemacht wurde ist. Man hatte vergessen, was das Passafest bedeutete, der Auszug aus Ägypten. Das hatte man gar nicht mehr richtig gefeiert. Das wäre so, wie wenn wir von Ostern nur noch wüssten, dass da irgendwelche Häschen herumspringen und wir ein Eierfest feiern würden. In einer zweiten inneren Schau sieht Jeremia einen von Norden her übersiedenden Kessel. Alles Böse kommt von Norden. Ja, seinen Versuch, aus der Prophetennummer herauszukommen, können wir gut nachvollziehen.

Würden wir das heute nicht ähnlich machen? Wenn wir den Auftrag bekämen, die Wahrheit zu berichten? Hätten Sie Lust, sich in den asozial gewordenen Medien beschimpfen zu lassen? Hätten Sie Lust auf Todesdrohungen, wie sie demokratische Politikerinnen erhalten, weil sie sich gegen rechtsradikale Politik verwahren? Wir alle mögen die Fragen für uns beantworten. Gott aber adressiert Jeremia mit der erweiterten Wiederholung des Auftrags und der Zusage seines Schutzes- der ihn Jahre und Jahrzehnte später freilich trotzdem Lebensgefahr erleben lässt: In einer Zisterne wollten seine Gegner den Propheten versenken, und 40 Jahre nach seiner prophetischen Berufung muss er mit seinem Volk in die babylonische Verbannung ziehen. Predigen soll er Gottes Wort, hingehen, wohin der Herr ihn sendet und vertrauen auf die Errettung in Gefahr. Das alles tut Jeremia in den kommenden etwa fünfzig Jahren seines Lebens: Er warnt sein Volk wegen religiöser Verirrung und kündigt das Gericht über seine Heimat an (Jer 1- 20). Er klagt gegen ungerechte Könige und falsche Propheten im eigenen Land (21-28), kündigt das Gericht gegen die Fremdvölker an (46-51). Er thematisiert ausführlich seine eigene Leidensgeschichte (34- 45) und reflektiert in vier Klagen seine eigene, lautere Gesinnung, in der er alle böse Prophezeihungen von sich geben muss (Kapitel 11; 15; 17; 18)- und weiß doch von dem ganz neuen Bund Gottes mit seinem Volk zu berichten (29-33): Schließlich wird der Bund Gottes mit seinem Volk nicht mehr in äußeren kultischen Handlungen dokumentiert werden, sondern vielmehr als Herzensgesinnung in die Menschen hinein geschrieben werden (siehe insbesondere Jer 31, 31- 34). Diesen neuen Bund sehen wir in Christus gekommen, daher die herausragende Bedeutung des Propheten für die Christenheit, als Brücke vom ersten Bund Gottes mit seinem Volk zu einem neuen, erweiterten Bund, der uns, die ehemaligen Heiden, in das Gottesvolk aufnimmt).

Jeremia tat, was er sollte und konnte. Er führte das Volk auf den rechten Weg zurück, tröstete es in der Not und eröffnete eine endzeitliche Perspektive, für Israel und die ganze Welt. Er lehrt uns über ihrer aller Zugehörigkeit zu Gottesvolk, über die radikale Erfordernis, Gott nachzufolgen, zugleich über Gottes Barmherzigkeit, sich den Menschen zuzuwenden, denen, die sich über Jahrzehnte immer wieder von Gott abgewandt, ihn gar für die eigenen machtpolitische Zwecke instrumentalisiert haben, sich auch nur gute Tage verschaffen wollten. Er hätte, wie man so schön sagt, wirklich den Kaffee auf haben können mit seinem Volk- und doch blieb er sowohl an Gottes Ohr wie an der Menschen Herz. Jeremia spannt einen riesigen geistlichen, weltpolitischen, auch abgründigen individualmenschlichen Horizont aus- und begegnet uns in unseren Zeilen vor allem mit letzterem, in seinen ganz kleinen Anfängen, an denen seine Mission auch ganz schnell hätte scheitern können. Natürlich ist unter historischem Gesichtspunkt die Frage: „was wäre wenn?“ hoch spekulativ und selbstverständlich nicht zu beantworten. Sicher hätte Gott andere Wege gefunden, sein Heilswerk zu vollenden-aber er hat eben unter anderen auch auf diesen Propheten Jeremia gesetzt. Ohne dass wir seine Bedeutung hätten: Gott setzt auch auf uns. Auf die Botschaft, die uns zuteil wird. Generell und speziell.

Unser heutiges Evangelium stammt aus der Gleichnisrede. Es spricht vom verborgenen Schatz im Acker und von der auf dem Markt angebotenen Perle, beide Symbole für das angebrochene, aber noch zur Entfaltung gelangende Reich Gottes. Dieses Reich Gottes, darin zu wohnen, in ihm zu leben, mit Gott seinen Segen zu erleben, das wird uns heute angeboten, verbunden mit der Frage, was uns denn dieser Schatz wert sei. Dem Landwirt und dem Kaufmann waren sie alles wert: Alles verkauften sie, um diesen einen, den ihnen persönlich gewährten Schatz zu erwerben- eine Ergänzung der Quintessenz unseres Predigttextes: wenn wir auf Gottes Wort hören und ihm folgen, dann schreitet Gott in seinem Werk mit uns voran. Nicht, dass er nicht auch anders könnte- aber er legt sein Wort, seinen Ruf auf uns. Der hat immer eine generelle und eine individuelle Komponente: Zum einen generell: wer auch immer du bist, woher du kommst, was du gerade machst, wie sehr du dein Leben vor die Wand gefahren hast- oder auch: in welchen Höhenflügen du dich gerade aufhältst, welche Ehrungen auch immer dir zuteil werden, welche Milliardenschätze dir vor die Füße geworfen werden, soll es ja alles geben- zu Gottes Reich zu gehören, das ist dein Schatz, immer und unbedingt. Das wird dir angeboten. Das darfst du ergreifen.

Und wenn du eine Perspektive über deine Urne hinaus haben möchtest, dann macht es Sinn, aktiv zuzufassen und sich in die im Evangelium dar gereichte Gotteskindschaft einzugliedern. Zum anderen individuell: was unser konkretes Leben anbetrifft, wird eben jedem von uns ein unterschiedlicher Entwurf vor die Augen geführt. Der Kaufmann braucht nicht im Acker zu graben, wird er auch nicht tun, und der Bauer dürfte sich eher nicht auf dem Juwelenmarkt wiederfinden. Gott bietet uns eine geeignete Aktionsform an, freilich ohne, dass das Format für uns auf den ersten Blick passen müsste. Jeremia hielt sich für zu jung- und hatte wohl auch keine Lust auf all die Beschwernisse, die er mit priesterlich geschultem Auge auf sich zukommen sah- wusste er doch, dass die intime Schau Gottes mit dem Tode bedroht war (Ex 33, 20). Vielleicht passt Ihnen auch der angeboten Lebensweg nicht auf den ersten Blick: vielleicht keine komfortable work- life balance (die sowieso eine Illusion ist), viel Reisen, viel Arbeit, vielleicht viel intellektuelle oder körperliche oder seelische Anstrengung, Ablehnung durch die Masse, mieses Gehalt, hohes Risiko oder was es sonst noch für unattraktive Faktoren geben mag.

Aber vielleicht gibt es doch auch all dies: eine Neugier, eine Lust auf die neuen Erlebnisse, das Eintauchen in eine neue Welt, ein Sinn erfülltes Leben in einer ebenso bedürftigen wie bereichernden Gemeinschaft, die Übereinstimmung und Identität mit sich selbst, die Chance Leben zu fördern und zu gestalten- oder auch gerne eine neue, welterklärende Formel zu finden wie Albert Einstein (vielleicht geht es auch eine Nummer kleiner), jedenfalls dieses: gemeinsam mit Gott leben: Sich in den Dialog mit ihm begeben. Spüren, dass da einer ist, der mich auf dem Schirm hat, mich anschaut und begleitet, mehr noch, liebt, mich mitten in meinen Herausforderungen, die mich komplett an meine Grenzen führen, in der Ruhe seiner Geborgenheit wieder zu finden und zu erfassen. Ja, Danke Herr, das ist Leben. Mein Leben, mit Dir, Gott. An deiner Hand. Durch Nacht und Tag, heimwärts zum ewigen Regenbogen seines, unseres Gottes, Segen. Ob Sie darauf Lust hätten? Und sich von dieser Lust leiten ließen?

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

C: StM, IM, Kleppingstr. 5, 44135 Dortmund



Sammlung der "Predigten / Andachten zum Sonntag"

Andacht zum Sonntag Laetare (PDF)

Andacht zum Sonntag Judica (PDF)

Wort zum Palmsonntag (PDF)

Worte zum Karfreitag 2020 (PDF)

Wort zum Ostersonntag 2020 (PDF)

Wort zum Sonntag Quasimodogeniti (PDF)

Wort zum Sonntag Miserikordias Domini (PDF)

Wort zum Sonntag Jubilate (PDF)

Predigt zum Sonntag Kantate (PDF)

Predigt zum Sonntag Rogate (PDF)

Predigt an Himmelfahrt (PDF)

Predigt an Pfingstsonntag PDF)

Predigt am Sonntag Trinitatis (PDF)

 Predigt am 1.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 2. Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 3.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 5.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 6.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 7.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 8.Sonntag n. Trinitatis (PDF)

Predigt am 9.Sonntag n. Trinitatis (PDF)



Kindergottesdienst

Liebe Kindern, Eltern und Großeltern des Kindergottesdienstes in St. Marien,

leider, leider wird das immer noch nix mit dem Kindergottesdienst. Vieles hat sich in unserem Alltag gelockert, aber dort, wo wir eng miteinander verbunden, kreativ sind und singen, ist es immer noch verboten. Vermutlich wird es auch erst wieder nach den Sommerferien Möglichkeiten geben miteinander Kindergottesdienst zu feiern.
Hier unten seht Ihr die Angebote, um digital Kindergottesdienst zu feiern. Das ist kein vollwertiger Ersatz, aber wenigstens etwas.

Ich hoffe, Ihr seid alle gesund! Lasst Euch die Laune nicht verderben, seid weiterhin so unglaublich lebendig und kreativ, wie ich Euch vor Augen habe. Ihr fehlt mir!

Bleibt behütet und gesegnet,

Eure Beate

Pfarrerin Beate Brauckhoff
beate.brauckhoff@t-online.de

Info: Kindergottesdienste der EKD-KiGo-Verbände auf
>>  kirchemitkindern-digital.de   <<

Auch weiterhin noch keine Wiederaufnahme des Kindergottesdienstes    -     siehe diese Info