Kindergottesdienst

Mit dem 31.Oktober 2017 endet eine wunderbare Kooperation mit der Landesbeauftragten für Kindergottesdienst, Pfarrerin Kerstin Othmer-Haake. Sie hat St. Marien zu einem Ort gemacht, wo kirchenferne Kinder/Familien sonntäglich Erfahrungen mit dem Evangelium machen konnten; wo Taufen auch im Kindergottesdienst stattfanden; wo die Engel zu Weihnachten flüsterten und Jesu Geburt in einem eigens für junge Menschen konzipierten Gottesdienst gefeiert wurde. Ihre Ideen wie der Gebetstisch in der Berswordt-Kapelle, ihr Einsatz, ihre Energie und herzliche Zugewandtheit zu allen in der Gemeinde bleiben uns in liebevoller Erinnerung. Wir verabschieden uns von Kerstin Othmer-Haake in großer Dankbarkeit und wünschen ihr für die neuen Herausforderungen viel Freude und Gottes Segen.
So wie der Kindergottesdienst über 21 Jahre in St. Marien gefeiert wurde, kann er aus personellen Gründen nicht fortgesetzt werden. Aber dem Presbyterium - unterstützt durch die ständig stellvertretende Superintendentin  Andrea Auras Reifen - war es wichtig, dass in der Region Innenstadt Ost weiterhin ein sonntäglicher Kindergottesdienst verlässlich angeboten wird. Nun ist es gelungen - Gott sei Dank - in Kooperation mit den umliegenden Gemeinden St. Reinoldi und Paul-Gerhardt, für den Kindergottesdienst in der Region eine neue Lösung zu finden. In festem Turnus, jeweils am 1. - 4. Sonntag jeden Monats außerhalb der Schulferien, findet ein Kindergottesdienst statt in: St. Marien / Heliand / Paul-Gerhardt / Heliand.
Für die Kindergottesdienste in St. Marien hat Pfarrerin Beate Brauckhoff die Leitung übernommen. Sie ist im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund zuständig für religionspädagogische Fortbildungen und Beratungen.
Beginn ist am 7.Januar 2018 um 11.30 Uhr in St. Marien.
Alle weiteren Termine werden gemeinsam auf den jeweiligen Publikationswegen in den beteiligten Gemeinden veröffentlicht.
Freuen Sie sich mit uns! Der Kindergottesdienst geht weiter!

Der Gemeindeadvent für Jung und Alt am 1. Advent 2017 findet wie gewohnt statt: mit einem Gottesdienst um 10.00 Uhr in der Marienkirche und der Gemeindeadventfeier ab 11.30Uhr im Gemeindehaus.
Die Kinderchristvesper am 24.Dezember 2017 um 14.30Uhr wird Pfarrerin Beate Brauckhoff mit hoffentlich wieder ganz vielen großen und kleinen Gottesdienstbesuchenden in der Marienkirche feiern.

Kerstin Othmer-Haake selbst hat einen Rückblick gehalten, den Sie hier abgedruckt finden.

Ausgang und Eingang, Anfang und Ende, liegen bei dir, Gott; füll du uns die Hände. (EG 175 nach Psalm 121,8)

Eine reiche, vor allem kinderreiche Zeit liegt hinter mir. Heiligabend 1996 habe ich mit einem Team und allerhand Besuchenden die erste Kinderchristvesper in St. Marien gefeiert. Ich bekam die Beauftragung für Kindergottesdienste in Westfalen und suchte nach einer offenen Gemeinde. Schließlich wollte ich nicht als Blinde von Farben reden, sondern auch in der Praxis Kindergottesdienst mitgestalten.

Wir wohnten zum damaligen Zeitpunkt im St. Reinoldi-Bezirk. St. Marien und St. Reinoldi feierten schon lange den Kindergottesdienst gemeinsam in der Marienkirche, sonntags um 11.30 Uhr. Parallel bot St. Reinoldi den Spätgottesdienst an. Meine eigenen Töchter, Ruth und Judith, sowie die Zwillinge vom Küsterehepaar Schröer, Tobias und Markus, waren in der ersten Stunde dabei.

Eine kleine Schar kam zum Kindergottesdienst, eine unermüdliche und treue Gruppe. Das ist bald 21 Jahre her. Die damaligen Kinder sind erwachsen, manche verheiratet und selbst Eltern.

In der Gemeinde durfte ich mit wechselnden Mitarbeitenden viele lebendige und bunte Gottesdienste feiern, bei Gemeindefesten, liturgischen Nächten oder Adventfeiern mitwirken und Erfahrungen sammeln. Dafür bin ich, besonders den ehrenamtlichen Kindergottesdienstmitarbeitenden, von Herzen dankbar.

Ob Unterstützung für Mitarbeit auf den Kirchentagen, ob Stoffe, Bastelmaterialien, Stifte, Klebe, Scheren, ob Kostenübernahme für Fortbildungen oder offene Türen für die große Gesamttagung - St. Marien war ein Fels in der Brandung. Und Kinder machen ja Lärm, Dreck und Arbeit!

Mit viel Schwung und zwischendrin kritischen Zeiten bildeten sich Teams neu und um. Junge Leute und ältere Mitarbeitende haben sich zusammengerauft, gebetet, erzählt, Zeit und Herz geschenkt und kreative Gestaltungsideen entwickelt. Sogar das ZDF wurde aufmerksam, und es gab einen Fernsehgottesdienst.

Viele Taufen bereicherten den Kindergottesdienst. Das Abendmahl mit Kindern wurde vor Jahren beschlossen und eingeübt. Der Gottesdienst wurde schließlich auch für die Erwachsenen, die Angehörigen oder einfach neugierige Leute zu einem Format, das sie regelmäßig besuchen. Überdurchschnittlich viele Gottesdienstbesuchende kommen sonntags um halb zwölf in die Marienkirche. Neue Formen wurden entwickelt. Ausflüge zum Maximale-Gemeindefest nach Hamm, Kindersingtag in Lippstadt, Gäste, Teamer und Kontakt zur Partnerkirche in Kamerun, Familienkirche im Zoo, das Engelsgeflüster im Advent…

Ich bin sehr froh, über das Erlebte und Erfahrene. Und alles hat mal ein Ende, damit Neues werden kann. Ich höre auf. Auf mich wartet ganz etwas anderes, was jetzt meine ganze Energie und Konzentration erfordert. Es ist prima, wenn Neues und Anderes Platz hat zu entstehen, zu werden und zu wachsen mit Blick auf den Gottesdienst mit Kindern. Es braucht Abwechslung. Kirche muss sich immer wieder erneuern, d.h. reformieren. Ich danke für alles Verständnis und den Kindern für ihre Großherzigkeit. Von ihnen habe ich am allermeisten gelernt.

Die Kinder gehören in die Mitte der Gemeinde. Das ist nicht meine Idee, das ist in der Bibel bezeugt. Jesus hat es gesagt und gewollt. Kinder sind Vorbilder im Glauben. Sie vertrauen bedingungslos und erwarten auch etwas. Die Kinder haben mir manchen Fehler vergeben und mir gezeigt, wie voraussetzungslose Liebe aussieht. Die Kinder haben mich gefordert und gefördert. Kinder selbst formen und reformieren. Sie sind nicht unsere Zukunft, sondern die Gegenwart. Kein Wunder, oder eben doch ein Wunder, dass Gott selbst Kind geworden ist und nicht als Erwachsener vom Himmel gefallen.

Gott, hab Dank für deinen Segen. Du bist Kind geworden. Du bist da, wo Kinder sind, von dir hören und mit dir feiern.

Ich bitte dich für die Gemeinde hier in Dortmund, sende deine heilige Geistkraft für offene Ohren, Herzen und Türen für Kinder. Bleib du spürbar nah und schenke Ausdauer und Geduld. Richte die Füße der Kinder in deine Richtung und hab Dank für alles, was gewesen ist, noch wächst und wird. Aus deiner Gemeinschaft fällt niemand raus. Du bist ein Gott der Kleinen. Hab Dank. Amen.

Kerstin Othmer-Haake

 

Hier ein Beispiel für den Ablauf eines Kindergottesdienstes